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Seit Jahren wird von Gerhard Schmidt am Jack-Steinberger-Gymnasium Keyboarding unterrichtet – der mit Abstand beliebteste Wahlkurs.

Das Schreiben mit allen zehn Fingern, ohne dabei auf die (Schreibmaschinen-)Tastatur zu schauen, wird als Tastschreiben bezeichnet. Beim Keyboarding (mit der Computer-Tastatur, engl. keyboard) kommt noch als drittes Kriterium hinzu, dass die Bewegungsabläufe der Finger automatisch erfolgen. Und dadurch, dass während des Schreibens nicht an Finger und Buchstaben gedacht wird, wird schneller geschrieben: deutlich über 200 cpm (character per minute – Zeichen pro Minute, das ist die international übliche Einheit). Langjährige Vielschreiber/-innen kommen auf 400 bis 600 cpm, bei internationalen Wettbewerben werden sogar über 800 cpm erreicht.

Keyboarding in der Schule

In allen englisch sprechenden Ländern ist Keyboarding ein Schulfach ab 3rd Grade (entspricht unserer 3. Jahrgangsstufe), also bereits in der Grundschule. Wobei in den USA immer mehr Schulbezirke dazu übergehen bereits ab dem ersten Schuljahr (kindergarten), das sind die Fünfjährigen, mit Keyboarding zu beginnen. Dabei werden vor allem die Grundlagen der Computerei kindgerecht gelehrt. Mit dem Tippen mit allen zehn Fingern wird dann meistens in 4th oder 5th Grade begonnen.

Ursprünglich ausgehend von den Lehrplänen des US-Bundesstaates Kalifornien und dann unter Auswertung eigener Statistiken (mittlerweile über 2000 Schüler/-innen, einschließlich Frobenius-Gymnasium Hammelburg), hat Gerhard Schmidt seit 2003 laufend seinen Keyboarding-Unterricht optimiert. Möglichst viele Schüler/-innen sollen mit der Computer-Tastatur möglichst bald deutlich schneller schreiben als mit der Hand.

Keyboarding wird am effektivsten gelernt in einem Kurs mit einer Dauer von etwa drei Monaten. Nach zwei Monaten beginnt die hinreichende Verfestigung der neuen Fingerwege im prozeduralen Gedächtnis (sensorimotor skill). Dauert ein Kurs aber vier Monate oder gar länger, beginnt das Übungs-Prozedere zu langweilen.

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Um auf eine hohe Schreibgeschwindigkeit zu kommen sind drei Barrieren zu meistern:

  • Die Beweglichkeit der Finger (fine finger dexterity), insbesondere der Ring- und kleinen Finger, muss trainiert werden.
  • Im Kopf "loslassen" (implicit learning), damit nicht Buchstaben getippt, sondern Worte und später Sätze geschrieben werden.
  • Konsequent üben (motor learning and performance), das heißt ca. drei Monate lang einmal täglich 15 bis 20 Minuten.

Die letzte Barriere ist die schwerste: beharrliches Üben - täglich!

Wer tatsächlich täglich übt, erreicht nach etwas mehr als zwei Monaten mit dem von Gerhard Schmidt programmierten Keyboarding-Online-Kurs eine Tippgeschwindigkeit von 200 cpm (Schüler/-in der Unterstufe) bis 400 cpm (Schüler/-in der Oberstufe) und mehr. Gegen Ende des Kurses erfolgt eine Einführung in ein Textverarbeitungs-Programm. Danach sollte in den folgenden Monaten, unabhängig von Schule und Lehrer, das eigene Schreibvermögen selbstständig verbessert werden.

Im darauffolgenden Schuljahr (immer im März) kann dann mit guten Erfolgsaussichten am "Bayerischen Schülerleistungsschreiben" teilgenommen werden. Die dafür erhaltene Urkunde leistet später bei Bewerbungen wertvolle Dienste.

Keyboarding im Beruf

An jedem zweiten Arbeitsplatz in Europa steht ein Computer (USA: mehr als zwei Drittel), Tendenz steigend. Bedient werden diese "persönlichen Computer" immer weniger von Sekretärinnen, sondern hauptsächlich von studierten und gut ausgebildeten Fachleuten. Deren Job ist es nicht fremde Texte zu Papier (auf den Bildschirm) zu bringen, sondern vor allem die eigenen Gedanken festzuhalten.

"Keyboarding is the foundation skill required for effective computer usage."
(Pennsylvania College of Technology)

So ist der Computer das wichtigste Werkzeug im Informationszeitalter. Ein Werkzeug dient dem Menschen in seinem Beruf (seiner Profession). Doch wird das Werkzeug erst dann professionell benutzt, wenn die einzelnen Handgriffe (hier: Fingerwege) so automatisiert ablaufen, dass die Gedanken nicht wegen der Bedienung des Werkzeugs (hier: Computer-Tastatur) unterbrochen werden müssen. Sondern die Gedanken sind stetig auf das Werk gerichtet.

In Ihrem Beruf arbeiten Sie als Fachmann immer professionell - mit einer Ausnahme?