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Frau Renate Hofmann begann den Vortrag eindrucksvoll mit einem Filmbeitrag über eine Zwangsprostituierte, in dem die tragische Geschichte einer Rumänin erzählt wird, die aus ihrer Situation gerettet werden konnte. Die Schüler der 10 d waren mehr als beeindruckt von der Lebenswirklichkeit, die doch den meisten nur aus den Medien bekannt ist.

Des Weiteren ging die Referentin auf die Entstehung und Entwicklung des Vereins SOLWODI (Solidarity with women in distress; Solidarität mit Frauen in Not) ein. 1985 wurde in Mombasa/Kenia von Frau Dr. Lea Ackermann der Verein gegründet und derzeit findet man in Deutschland 18 Fachberatungsstellen und verschiedene Sicherheitswohnungen.

Schwerpunkte der Arbeit sind vor allem Menschenhandel und Zwangsprostitution, weitere Bereiche sind Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre, Beschneidung bei Frauen und auch Rückkehrberatung und -hilfe. 

Anhand von Fallbeispielen zum Thema Zwangsprostitution und Zwangsheirat ging die Referentin auf die Arbeitsweise des Vereines ein und stellt dar, welche Betreuungsmaßnahmen für Frauen, die sich in besonderen Notsituationen befinden, und auch deren Kindern, greifen. Die Sicherheit der betroffenen Personen hat dabei immer oberste Priorität.

Armut und desolate soziale Verhältnisse sind nur zwei Gründe, die besonders junge Mädchen in die Prostitution treiben. Ziel von SOLWODI ist es, nicht nur die Frauen aus den schwierigen Lebenssituationen zu befreien, sondern ihnen Perspektiven zu bieten und sie in ein neues menschenwürdiges Leben zu begleiten. Betreuer von SOLWODI sind auch häufig bei Gerichtsverfahren anwesend und erleben, dass diese Verfahren für die Frauen unglaublich psychisch belastend sind.

Wie emotional packend der Vortrag war, zeigte die anschließende rege Diskussion. Ängste der betreuten Mädchen, Ortungsmöglichkeiten der jungen Frauen waren Themen, die besonders beschäftigten und auch über die Täter wurde gesprochen.

Der Vortrag zeigte wie wichtig und gleichermaßen schwierig soziale Arbeit ist und welche Probleme bei der Sicherstellung von Menschenwürde und Grundrechten auch in einem westlichen Land wie Deutschland auftreten können. Ehrenamtliche Helfer und Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit sind ebenso wichtig wie die Vernetzung mit anderen europäischen Organisationen. Was kann der „normale Bürger“ tun, ist die abschließende Frage der Referentin. Aufmerksam sein und nicht wegschauen und weghören, wenn jemand in Not ist. Damit endete der Vortrag und lässt die Zuhörer aufmerksamer zurück.

Dank gilt StRefin Christoph für die Organisation.