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Gemeinsam mit unserem Sozialkundelehrer, Herrn Spänkuch-Voit, besuchten wir, ein Teil der Klasse 10a, am Freitag, den 12.05.2017, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Caritasverband in der Hartmannstraße. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Leiterin Frau Nusser und den Sozialpädagogen Herr Jordan mit anschließender Führung durch die Einrichtung wurden wir in zwei gleichgroße Gruppen eingeteilt. Frau Nusser erklärte alles Wichtige über die Institution und wir konnten jederzeit Fragen stellen.

Jeder – ob Erwachsene, Jugendliche, Großeltern oder auch Fachkräfte – kann sich kostenfrei an die Einrichtung wenden und gemeinsam mit den Mitarbeitern sein Problem besprechen. Die Mitarbeiter haben Schweigepflicht und sind somit sehr vertrauenswürdig. Am häufigsten besuchen Eltern, die Probleme bei der Kindeserziehung haben, und Alleinerziehende die Institution. Besonders emotional ist für Frau Nusser die Beratungsarbeit in Trennungs und mit Scheidungsfällen, da oft die Kinder am meisten darunter leiden müssen. Ebenso nannte die Leiterin bestimmte Herausforderungen, die für ihren Beruf nötig sind. Man sollte motiviert sein und Spaß daran haben, anderen Menschen zu helfen. Sie erklärte, dass man als Mitarbeiter in der Einrichtung sowohl psychisch stabil sein sollte als auch ein gewisses Mitgefühl für die Klienten zeigen sollte, aber trotzdem muss man den Arbeitstag mit den vielen verschiedenen Problemen gut von seinem persönlichen Alltag abgrenzen können. Zudem ist ein Studium nötig (Pädagogik, Sozialpädagogik oder Psychologie), um in der Beratungsstelle zu arbeiten. Der Verdienst der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kann ganz unterschiedlich sein, da sie je nach Ausbildung und Arbeitskarriere in sogenannte S-Gruppierungen eingeteilt werden.

Frau Nusser erklärte uns ebenso den Ablauf eines typischen Arbeitstags in der Institution, welcher sehr vielfältig sein kann. Normalerweise hat sie mehrere Familiengespräche, Sitzungen und Terminabsprachen per Telefon am Tag. Für jeden Kliententermin muss sie ca. ein bis zwei Stunden einplanen. Dienstags übernimmt sie die Jugendstunde, in die jeder Jugendliche ohne Anmeldung kommen kann, um über Probleme zu sprechen. Natürlich   müssen alle Gespräche und Sitzungen dokumentiert werden. Manchmal bekommt Frau Nusser von Schulen Einladungen zu Elternabenden, welche sie dann planen und mitorganisieren muss. Vier Mal im Jahr besucht ein Supervisor die Einrichtung, damit die Mitarbeiter mit ihm besonders schwierige Fälle besprechen können und gemeinsam eine Lösung gefunden wird.

Bei Kindern und Kleinkindern haben die Mitarbeiter besonders behutsame Vorgehensweisen, Probleme anzusprechen. Hierzu werden zum Beispiel Tierfiguren zur Persönlichkeitsbeschreibung von Eltern oder anderen Angehörigen oder Bilderbücher genutzt. Somit fühlen sich die Kinder nicht bedrängt und die Berater haben anhand dieser Hilfsmittel die Möglichkeit, Probleme der Kinder auf spielerische Art herauszufinden. Sie geben dem Kind genügend Zeit, brechen aber auch, wenn nötig, die Methode ab. Zum Beispiel, wenn ein Mitarbeiter bemerkt, dass das Kind das Problem nicht ansprechen möchte bzw. sich der Therapie verschließt.

Insgesamt war die Exkursion sehr gelungen und auch uns hat es gefallen, viele verschiedene Dinge über die Einrichtung und die Arbeit mit den Klienten zu erfahren.

Mitschrift: Mia Kugler, Bericht: Franziska Kröckel