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Erfahrungen des Ethikkurses der 5. Jahrgangsstufe

2018 TagOhneHandy 1Die Schülerinnen und Schüler des Ethikkurses der 5. Jahrgangsstufe verzichteten einen Tag lang freiwillig auf ihr Mobiltelefon, um ihren schulischen und familiären Aufgaben besser nachzukommen zu können. Die Erfahrungen sind erfreulich und die „Nebenwirkungen“ auch.

Wenn es um gute Vorsätze beim Lernen und der Hilfe im Haushalt geht, machen viele Schüler die traurige Erfahrung, dass sie es nicht schaffen, diese Vorsätze auch umzusetzen – mit den frustrierenden Folgen wie schulischen Probleme und einem geringen Vertrauen in die eigene Willens- und Leistungskraft. Dabei ist es für einen erfolgreichen und frohen Lebensweg unerlässlich, sich selber zuversichtlich realistische Ziele setzen und diese auch umsetzen zu können.

Doch warum fällt es oftmals so schwer, seine Vorsätze umzusetzen und damit den eigenen Zielen näherzukommen? Viele Schüler sehen ihr eigenes geliebtes Mobiltelefon als einen Grund - das Handy, das sie „wie ein Magnet anzieht“,  sie „in seine Welt hineinzieht und den Kopf abschaltet“, sie „willenlos macht“. So zumindest beschreiben die Schüler diesen Sog, das dieses Portal in die bunte virtuelle Welt auf sie ausübt, das sie die Zeit vergessen und ihre innere mahnende Stimme überhören lässt.

Die Idee eines „handyfreien Tages“ ist spontan dem Unterrichtsgespräch entsprungen und diese selbstgestellte Herausforderung hatte ihren Reiz. Verknüpft wurde der Tag ohne Mobiltelefon, Tablett und Computer mit dem eigentlichen Ziel, nämlich individuelle Vorsätze wie das Lernen oder die Hilfe im Haushalt umzusetzen. Der Erfolg sollte schriftlich festgehalten werden, weil ein „Erfolgstagebuch“ immer wieder motivierend daran erinnert, dass man selber durchaus in der Lage ist, seine Vorsätze umzusetzen.

Eine Woche hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit, diese Aufgabe an einem selbstgewählten Tag umzusetzen. Die folgende Doppelstunde verging danach wie im Fluge, denn der Austausch der Erfahrungen und Erkenntnissen war rege, die Reflexion bemerkenswert und das schriftliche Festhalten der individuellen Erfahrungen in geselliger Runde unterhaltsam.

Die Schüler berichteten nicht nur von erfolgreich erledigten Aufgaben und deutlich längeren Lernzeiten, sondern auch von schönen Stunden des Spiels mit dem kleinen Geschwisterchen, gelesenen Büchern und insgesamt als positiv erfüllt erlebten Tagen. Ein positiver Nebeneffekt: Da der abendliche Handykonsum wegfällt, ist der Schlaf auch besser. Der hohe Blaulichtanteil des Handydisplays hemmt nämlich den Schlaf.

Natürlich gab es auch Zeiten der Langeweile, vor allem dann, wenn die Freunde und Familienmitglieder ihre Zeit lieber mit dem Mobiltelefon, Tablett und Co. verbringen, anstatt sich Zeit für ein gemeinsames Spiel oder den persönlichen Austausch zu nehmen.

Fazit: Ein handyfreier Tag ist wirklich empfehlenswert, vor allem dann, wenn Freunde und Familienmitglieder mitmachen. Wie wäre es beispielsweise mit einem regelmäßigen Familientag weitgehend ohne Mobiltelefon? Dann würden an den Abenden vielleicht auch wieder Brettspiele gespielt.

Doch noch wichtiger als punktuelle Wiederholungen einer völligen Abstinenz ist mit Sicherheit der reflektierte und wohldosierte Umgang mit den modernen Medien. Dazu kann beispielsweise auch die Disziplin gehören, zwei Stunden vor dem Schlafengehen Computer, Handy und Tablett nicht mehr zu benützen, damit die biologische Uhr wirklich auf Erholung umschalten kann.