Psychologie

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Am 21. Oktober 2025 unternahmen die Psychologiekurse von Herrn Arneth und Frau Rottmann eine Exkursion zum Zentrum für Geschichte der Psychologie an der Universität Würzburg. Die Teilnehmenden tauchten dort unter Führung von Leiter Prof. Stock in die faszinierende Frühgeschichte der Psychologie als Wissenschaft ein. Experimente, die von physikalischen Experimenten inspiriert waren, versuchten damals, den menschlichen Geist zu „vermessen“. 

Ein Höhepunkt der Ausstellung war der Bereich zu Hermann Ebbinghaus, einem der bedeutendsten deutschen Experimentalpsychologen. Er erforschte im 19. Jahrhundert die berühmte „Vergessenskurve“. Sie beschreibt, wie rasch Menschen neu Gelerntes wieder vergessen, wenn sie es nicht wiederholen. Seine Erkenntnisse sind bis heute aktuell – sie werden beim Vokabellernen mit dem Vokabelkasten oder in der Werbepsychologie genutzt. Auch der originale Ebbinghaus-Schreibtisch, auf dem ein kleines Metallkrokodil thront – ein Geschenk des deutschen Kaisers –, ist dort zu bewundern.

Großes Staunen riefen die zahlreichen Apparaturen hervor, die im Museum ausgestellt sind. So konnten die Jugendlichen Geräte von Hermann von Helmholtz bewundern, der den Augenspiegel erfand und durch seine Forschungen die Grundlagen zur Entdeckung der drei Primärfarben legte.

Ein Experiment mit Drehscheiben verdeutlichte eindrucksvoll die sogenannten Nachwirkungseffekte in der Wahrnehmungspsychologie: Wer lange auf ein sich drehendes Muster blickte, sah auch danach noch Bewegungen – ein Beispiel dafür, wie unser Gehirn Reize verarbeitet und wie Rezeptoren ermüden.

Besonders beliebt waren die Stereoskope, mit denen sich frühe 3D-Effekte erzeugen lassen. Die Schülerinnen und Schüler konnten selbst ausprobieren, wie durch das Betrachten leicht versetzter Bilder der Eindruck räumlicher Tiefe entsteht – ein technischer Vorläufer der heutigen Virtual-Reality-Brillen, wie Professor Stock erklärte.

Ein Teil der Ausstellung widmete sich den Anfängen der Klinischen Psychologie. Zu sehen war eine Apparatur, die C. G. Jung, Begründer der analytischen Psychologie, bei der Untersuchung von damaligen „Hysterie-Patientinnen“ verwendete. Mit dem Gerät wurde der Hautleitwiderstand gemessen, mit dem Ziel, emotionale Reaktionen und Therapieerfolge objektiv zu erfassen. Dieses Prinzip gilt als Vorläufer späterer Lügendetektoren. Genau diese Apparatur wurde auch im Filmdrama „Eine dunkle Begierde“ über die Auseinandersetzungen zwischen C. G. Jung und Sigmund Freud, beide Psychoanalytiker, verwendet.

Ein weiterer historischer Schatz ist ein sog. Phonograph, mit dem sich etwa zwei Minuten Tonaufnahme auf Wachswalzen festhalten ließen. Diese Geräte wurden während der Zeit der Kolonialisierung in ferne Länder mitgeschickt, um Sprachen, Gesänge und Musiktraditionen aufzunehmen. Viele dieser Gesänge existieren in ihren Ursprungskulturen heute nicht mehr – dank der damaligen Technik sind sie jedoch auf den alten Wachswalzen konserviert und bleiben so der Nachwelt erhalten.