Psychologie

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Am 27. März 2026 ging es für uns in der Q12 zu einem Psychologie-Austausch in die Fachklinik Schloss Eichelsdorf.

Schon am Anfang wurde klar: Diese Klinik ist besonders. Hier sind nämlich nicht Ärzte die Chefs, sondern Psychologen. Geleitet wird die Klinik von Robert Soto Löwenthal, der uns einen Einblick in die Arbeit den Klinikalltag gegeben hat.

Am spannendsten war aber etwas anderes: Drei Klienten haben uns selbst durch die Klinik geführt. Sie haben offen über ihre Vergangenheit, ihre Probleme und ihren Weg in die Therapie gesprochen. Das war ehrlich gesagt ziemlich beeindruckend und bewegend. Dabei haben wir gelernt, dass sich eigentlich niemand Hilfe holt, ohne vorher selbst versucht zu haben, aufzuhören.

In der Klinik gibt es viele Wege, Sucht zu behandeln, aber hier setzt man vor allem auf Verhaltenstherapie. Klingt erstmal kompliziert, ist aber eigentlich gut nachvollziehbar: Es geht darum, das eigene Verhalten, die Gewohnheiten und auch die Gedanken zu verstehen und zu verändern.

Die Patientinnen und Patienten schauen sich zum Beispiel an, in welchen Situationen sie zur Droge greifen, etwa bei Stress, Langeweile oder bestimmten Menschen. Dann wird gemeinsam überlegt: Was kann ich stattdessen tun? Wie kann ich anders reagieren? Schritt für Schritt werden so neue Strategien aufgebaut, damit man langfristig ohne Sucht leben kann.

Wichtig ist dabei auch das Umfeld. Uns wurde erklärt, dass Freunde, Familie und generell das eigene Umfeld einen großen Einfluss darauf haben, ob jemand konsumiert oder nicht. Das kann helfen oder eben auch ein Problem sein.

Der Auftenthalt in der Klinik dauert meistens etwa ein halbes Jahr und danach gibt es noch eine Nachsorge. Gearbeitet wird mit Einzelgesprächen, Gruppentherapie und speziellen Trainings, zum Beispiel zur Emotionsregulation. Die Behandlung wird als Reha-Maßnahme organisiert, das heißt, die Kosten werden übernommen.

Ein interessantes Konzept ist auch „Therapie statt Haft“. Dabei können manche Menschen eine Therapie machen, anstatt ihre Reststrafe im Gefängnis abzusitzen, mit dem Ziel, schneller wieder ein normales Leben führen zu können.

Wie ernst das Thema ist, zeigen auch die Zahlen: In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 1.300 Menschen an Drogen wie Fentanyl, rund 70.000 an Alkohol und etwa 40.000 an den Folgen des Rauchens.

Insgesamt versucht die Klinik für jeden Klienten eine passende Lösung zu finden: Erst wird eine Diagnose gestellt, dann werden verschiedene Wege ausprobiert, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ziel ist es, dass die Patientinnen und Patienten am Ende wieder in ihr altes Leben zurückkehren können oder sich ein ganz neues aufbauen.

Für uns war das ein richtig spannender Tag. Vor allem die persönlichen Geschichten haben uns gezeigt, dass hinter dem Thema Sucht viel mehr steckt, als man oft denkt.