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Hochkarätiger Besuch am Nachmittag des 23. April 2026 am JSG: Mit Heribert Lenz war eine Hälfte des deutschlandweit bekannten Karikaturistenduos Greser & Lenz zu Gast an unserer Schule. Während sein Partner Achim Greser leider erkrankt war, gab Herr Lenz dem W-Seminar Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – die Karikatur als historische Quelle (Frau Fronczek) und dem Leistungsfach Geschichte der 12. Jahrgangsstufe (Frau Seubert) einen Einblick in seine Arbeit, in der tagesaktuelle Politik auf die spitze Feder eines Künstlers trifft.

2026 Foto Besuch H. Lenz

Beide Partner studierten ursprünglich Kommunikationsdesign in Würzburg. Bevor sie zu den großen Tageszeitungen wechselten – heute zeichnen sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung , prägte vor allem die Zeit beim legendären Satiremagazin Titanic ihren Stil. Auch das Thema Finanzen kam in diesem Zusammenhang nicht zu kurz: Offen berichtete Herr Lenz über die Verdienstmöglichkeiten eines festangestellten Karikaturisten in der heutigen Medienwelt. Überwiegend stand aber die Karikatur als Werk im Mittelpunkt des Gesprächs. So erklärte er, wie man eine Karikatur technisch aufbaut und den Arbeitsalltag zwischen Recherche und finalem Strich gestaltet.

Ein Höhepunkt des Nachmittags bildet die Werkschau. Herr Lenz präsentierte eine Auswahl der Arbeiten des Karikaturistenduos, darunter die Karikatur Putin privat vom März 2022. Die Zeichnung, die den russischen Präsidenten zeigt, wie er seinem Diener befiehlt Igor, richten Sie mir ein Blutbad an“, wurde mit dem Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen ausgezeichnet. Gemeinsam wurde analysiert, wie Satire die Brutalität politischer Realität mit nur einem Satz entlarven kann.

Doch wo zieht man die Grenze? Das Gespräch wurde ernst, als Herr Lenz über Themen sprach, die das Duo bewusst ausspart. Besonders eindrücklich schilderte er auch, wie der Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo 2015 das Leben und Arbeiten der Zeichner nachhaltig verändert hat. Die Reflexion über die eigene Sicherheit und die Bedeutung der Pressefreiheit beeindruckte die Schülerinnen und Schüler sichtlich.

Der Besuch hinterließ den bleibenden Eindruck, dass hinter jedem vermeintlich flüchtigen Zeitungscartoon nicht nur großes künstlerisches Können, sondern vor allem auch eine klare Haltung steht.