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Im Rahmen einer eindrucksvollen Führung durch Prof. Gerhard Waldherr, Stadtheimatpfleger der Stadt Regensburg, und der Museumspädagogin Regine Leipold besuchte die Klasse 9a des Jack-Steinberger-Gymnasiums am Wandertag gemeinsam den jüdischen Friedhof in Bad Kissingen.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Geschichte des Friedhofs und seine besondere Bedeutung. Der jüdische Friedhof liegt nahe dem Bahnhof im Südosten der Stadt. Er wurde im Jahr 1817 angelegt und beherbergt bis heute etwa 500 erhaltene Grabsteine. Ebenfalls erhalten ist das sogenannte Taharahaus am Rand des Friedhofs, in dem früher die Leichenwaschungen der Verstorbenen vorgenommen wurden.

Anschließend erfuhren die Jugendlichen Wissenswertes über jüdische Bestattungsrituale und religiöse Traditionen. In kleinen Gruppen erkundeten sie danach eigenständig ausgewählte Grabstätten und beschäftigten sich mit den Lebensgeschichten der dort bestatteten Menschen. Die Geschichten der Familien, wie beispielsweise der angesehenen Familie Ehrlich, waren für die Schülerinnen und Schüler besonders eindrucksvoll. Die Nachkommen des jüdischen Modewarenhändlers Samuel Ehrlich, die heute in zahlreichen Ländern leben, trafen sich erst vor wenigen Jahren zu einem Familientreffen in Bad Kissingen und besuchten dabei auch den jüdischen Friedhof.

Die Führung vermittelte den Schülerinnen und Schülern nicht nur spannende Einblicke in jüdische Traditionen und das Schicksal einzelner Familien, sondern verdeutlichte auch deren bedeutenden Beitrag zur Geschichte und Entwicklung der Stadt Bad Kissingen. So wurde Geschichte unmittelbar vor Ort erlebbar und zeigte eindrucksvoll, wie eng das jüdische Leben mit der Stadtgeschichte verbunden ist.