Vermessungsprojekt

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Das Vermessungsamt Bad Kissingen zu Gast beim JSG

Am Donnerstag, 28.06.2012 kam der Leiter des Vermessungsamtes Bad Kissingen, Herr Unsleber mit zwei weiteren Vermesssungsfachleuten an unser Gymnasium, um den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8d tiefere Einblicke in die Theorie, Technik und Praxis der Vermessung zu geben.

Herr Unsleber erklärt ...
Herr Unsleber erklärt ... 2
Eine Kante wird mit dem Prismenspiegel eingemessen
Mit dem Prismenspiegel rechte Winkel bestimmen ist gar nicht so einfach
Steht der Fluchtstab senkrecht ...
Wissbegierige Kollegen
Dazugelernt
Kontrollrechnung für die Messergebnisse
Profi testet Selbstbaugerät
Wie funktioniert der Winkelspiegel
So funktionert der Winkelspiegel!
Schaffen das auch Nicht-Mathematiker
Herr Unsleber erklärt ...

 

Zuerst informierte Herr Unsleber über die Geschichte der Vermessung. Er erklärte den langen Weg der Bestimmung eines Ortes auf der Erdoberfläche vom geographischen Gradnetz zu den heute verwendeten Techniken und geodätischen Koordinaten sehr anschaulich. Es ist nämlich gar nicht einfach, auf der kartoffelförmig und nicht rund gestalteten Erde ein Orientierungsraster einzurichten, um ausgehend von diesem genaue Ortsangaben machen zu können. Durch die besondere, nämlich unregelmäßige Form der Erde gibt es beispielsweise zum Teil recht beachtliche Höhenunterschiede bei der recht simpel klingenden Angabe „Normal-Null“ (Meeresspiegelhöhe), die schon jeder Schülerin der 5. Klasse im Geographieunterricht kennenlernt. Wer weiß schon, dass sich in Deutschland die Angabe „Normal-Null“ auf den Wasserspiegel der Nordsee bei Amsterdam bezieht, in der Schweiz jedoch der Wasserspiegel des Mittelmeers bei Marseille verwendet wird?! Die Probleme, die sich daraus ergeben können, wurden beim Bau einer Straßenbrücke über den Rhein, die Deutschland mit der Schweiz verbindet, offensichtlich, als sich plötzlich beim Zusammentreffen der beiden Brückenseiten ein Höhenunterschied von 54 cm aufgrund der unterschiedlichen Ausgangshöhen und eines Vorzeichenfehlers ergab!

Nach dem Theorieteil ging es ins Freie. Mit einem professionellen Tachymeter wurde eine Kante des Schulgebäudes eingemessen – hierbei arbeitet dieses Gerät fast vollautomatisch bei der Ermittlung der Daten, die direkt an einen Rechner weitergegeben werden. So konnten die Schüler und Schülerinnen nur die Hauskante anpeilen, alles andere ging fast von alleine. Wesentlich mehr Arbeit brachten dann allerdings die eigenen Vermessungen im Pausenhof mit sich. Zuerst galt es drei Fluchtstangen in einer geraden Linie aufzustellen und deren Entfernung exakt mit dem Maßband zu bestimmen – dabei war auch die Geländeneigung zu berücksichtigen. Trotz schweißtreibender Temperaturen und großer Schwüle meisterten die Schüler diese Aufgabe hervorragend. Deutlich schwieriger gestaltete sich danach die Bestimmung von rechten Winkeln mit Hilfe eines Prismenspiegels. Hier waren besonders eine ruhige Hand und große Genauigkeit notwendig, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Professionelle Vermessungstechniker führen solche Winkel- und Ortsbestimmungen bis zu zweihundertmal am Tag durch – unsere Schüler brauchten für eine Messung ca. drei bis vier Minuten. Die Messgenauigkeit der Schüler lag laut Herrn Unsleber gerade noch im Toleranzbereich.

Wir danken dem Vermessungsamt Bad Kissingen und seinen Fachleuten für seine Bereitschaft, das Thema Vermessung den Schülerinnen und Schülern näher zu bringen und für die interessanten Stunden, in denen auch viele praktische Erfahrungen gesammelt werden konnten. Durch diese fachliche Unterstützung kommen wir unserem Ziel, nämlich auf Helgoland korrekte Messungen vorzunehmen zu können, ein großes Stück näher. Auch in Zukunft wollen wir den Kontakt weiter pflegen und ausbauen, denn das Thema Vermessung als Anwendungsbereich der Mathematik eröffnet besondere Möglichkeiten, auch einmal außerhalb des Klassenzimmers tätig zu werden.