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Schüler des Jack-Steinberger-Gymnasiums in Walbryzch

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Erwartungsfrohe Gesichter sind am Haupteingang des Jack-Steinberger-Gymnasiums zu sehen, als sich eine kleine Delegation der Schule auf den Weg in das rund 650 km entfernte Walbryzch (Waldenburg) in Polen begibt.

Der Schulleiter, OStD Frank Kubitza verabschiedet die Schülerinnen und Schüler Hannah Messerer, Dominika Patuschka und Viktoria Umkehr (alle Q12) sowie Claus Brede und Maciej Kielan (beide Jgs. 10).

Begleitende Lehrkräfte sind Winni Böck, der stellvertretende Schulleiter Jens Beck sowie der Organisator der Fahrt, Martin Warmuth.

Alle Schüler waren schon einmal dabei und wissen, was auf sie zukommt. Im Mittelpunkt der Fahrt steht der Besuch ehemaliger KZ-Häftlinge, bei dem der Gedanke der Versöhnung zum Ausdruck kommen soll.

Eine „in Deutschland einmalige Aktion“

In Walbryzch, einer Stadt mit rund 120 000 Einwohnern leben heute noch hunderte Überlebende der Nazi-Herrschaft.

Etliche von ihnen sind bettlägerig und kommen kaum noch aus dem Haus. Diese freuen sich natürlich besonders über den Besuch, bei dem sich immer wieder rührende Szenen abspielen, die auch Schüler nicht kalt lassen.

Drei von den deutschen Schülerinnen und Schülern können recht gut polnisch sprechen, weshalb die Verständigung bei unserem Besuch meist problemlos war. Zudem sind vom Maximilian-Kolbe-Werk polnische Helfer vor Ort, welche auch zweisprachig sind und immer einspringen, wenn es nötig wird.

Das Maximilian-Kolbe-Werk, welches seinen Hauptsitz in Freiburg hat, sieht die Versöhnungsfahrt des JSG als eine „einmalige Aktion in Deutschland“ und ist sehr an der Weiterführung interessiert.

Gymnasiasten backen Plätzchen und schreiben Briefe

Für die Besuche werden in Bad Kissingen Geschenkpakete vorbereitet, die unter anderem gebackene Herzen enthalten, die der Musikkurs von Frau Christel Gimmler beisteuert. Schüler der 5. Jahrgangsstufe schreiben unter Anleitung ihrer Religionslehrerin, Frau Angela Beck Briefe, die ins Polnische übersetzt werden.

Bei den Besuchen werden die Briefe immer vorgelesen, was für die ehemaligen KZ-Häftlinge besonders wichtig ist. Dabei entwickeln sich, über alle Sprachgrenzen hinweg, intensive Gespräche, die den Schülern sicher lange in Erinnerung bleiben werden. Besonders angetan sind die Bad Kissinger Jugendlichen von der herzlichen Gastfreundschaft der ehemaligen Häftlinge.

Auch die Stadt Walbryzch zeigt sich sehr an der Aktion interessiert. Am Samstagabend findet traditionell eine kleine Feierstunde mit dem Bürgermeister der Stadt, Vertretern der ehemaligen KZ-Häftlinge sowie einer polnischen Schülergruppe mit ihrer Lehrkraft statt. Selbstredend, dass sich zwischen den deutschen und polnischen Schülern sehr leicht Kontakte ergeben, was dem ganzen Unternehmen auch eine Ausrichtung in die Zukunft verleiht.

Besuch der KZ-Gedenkstätte Groß-Rozen

Abgerundet wird der Besuch durch ein kleines Rahmenprogramm. So besucht die Gruppe das ehemalige KZ Groß-Rozen, wo der Wahnsinn der NS-Diktatur allgegenwärtig ist, sowie ein Schaubergwerk - Walbrzych ist eine klassische Bergarbeiterstadt.

Logischerweise ist im Bergwerk immer wieder die Rede vom angeblichen Goldzug, der momentan international durch die Presselandschaft geistert. Leider kann die kleine Gruppe aus Bad Kissingen keinerlei Hinweise auf die Existenz des Zuges finden.

Am späten Sonntagabend sind dann alle wieder, um etliche Erfahrungen reicher, im heimatlichen Bad Kissingen angekommen.