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2020 BarriereZonen Wertschätzung 2Am besten zu lesen ist auf dem Foto unserer aktuellen Aulaansicht „Barriere“. Ich denke dabei im Moment zunächst an die Barrieren, die uns Corona auferlegt: Wir sollen unsere Wohnung nicht verlassen, dürfen keinen persönlichen Kontakt mit anderen aufnehmen, müssen auf Distanz bleiben. Wenn wir genauer schauen, ist „Barriere“ hier ein Teil des Titels der Ausstellung „Barriere:Zonen – Leben und Überleben mit Behinderung weltweit“, die wir – schon lange bestellt – am JSG in der Woche vor den Schulschließungen aufgestellt haben. Damit wird klar, worum es in den von Till Mayer fotografierten und getexteten Bannern geht: die Barrieren, mit denen Menschen mit Behinderung zu kämpfen haben, mit Behinderungen, die durch die Barrieren der Feindseligkeit, der Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen entstanden sind. Der Autor der Ausstellung resümiert über die einzelnen Personen: „Sie alle fordern Respekt ein.“ Die Mehrdeutigkeit dieser Äußerung ist frappant. Sie fordern Respekt ein, weil sie Menschen sind, weil sie Würde haben. Sie haben ein Recht auf Respekt wie jeder Mensch, und deshalb kann er eingefordert werden. Schlimm, dass er eingefordert werden muss! Auf der anderen Seite fordern sie Respekt ein in dem Sinne, dass andere Respekt davor haben, wie sie ihr Leben meistern, trotz der Barrieren und Belastungen und unwürdigen Bedingungen. Respekt – ein Begriff, ein Wert, der, abgesehen davon, dass er jedem*r gebührt, in diesen Corona-Zeiten so vielen zuzusprechen ist, weil sie sich einsetzen für ihre Familie, ihre Mitmenschen, weil sie sich nicht unterkriegen lassen, weil sie sich um andere kümmern, weil sie da sind, weil sie ihrer Arbeit nachgehen oder es aushalten, dass sie es nicht tun können. Viele von ihnen, gerade in pflegerischen Berufen, aber letztlich in allen, erfahren endlich die Wertschätzung, die ihnen gebührt. Wie passend ist es da, dass in der Diagonalen der Ausstellungs-Roll-Ups das Banner unseres diesjährigen Schuljahresmottos durchscheint: Wertschätzung. Ich wünsche uns allen, dass wir diese tatsächlich erfahren und uns stets in der Lage sehen, sie zu schenken und dass wir unseren wertschätzenden Umgang als Schulgemeinschaft in nicht allzu ferner Zukunft wieder von Angesicht zu Angesicht leben können.
Angela Beck, Mitarbeiterin in der Schulleitung, Schulseelsorgerin / Verantwortliche für Schulpastoral

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